Sieben Wegkapellen

96 97 Die Kapelle steht am Radweg zwischen Oberbechingen und Wittislingen, der sich in einem leichten Schwung von Westen nach Osten entlang eines leicht geneigten nach Nordwesten fallenden Hangs entlang zieht. Am Ende des Dorfes vom Gasthof Adler aus führt der Weg an einer Streuobstwiese vorbei über die Felder. In der Ferne ragt der First des spitzen Dachs aus den Feldern. Der Radweg verläuft parallel zu den Höhenlinien des Hanges und fällt leicht ab nach Wittislingen. Die sanft bewegte Landschaft sorgt dafür, dass der von Oberbechingen kommende Weg zunächst leicht ansteigt und dann zum Standort um fast vier Meter fällt. Die näheren Siedlungen verschwinden daher aus dem Blick. orthogonalen Struktur der Gräben und der rechteckigen Pflanzenflächen die Künstlichkeit der Landschaft erkennen, die sich die Natur langsam wieder zurückholt. Am Horizont steigen die Ausläufer der Schwäbischen Alb sanft an und sorgen für bizarre Wolkenformationen. Der Blick ist weit, die Landschaft offen und frei. In der Ferne erzählen hohe Türme der barocken Kirchen mit ihren Zwiebel- kuppeln von den Dörfern, die sich in die sanfte Topografie der Landschaft schmiegen. Man ist mitten im schwäbischen Barockwinkel. Die Kapelle in Oberbechingen reiht sich schon aufgrund ihrer Größe nicht in den Dialog der barocken Baugeschichte ein. Bewusst entsteht kein überhöhtes bauliches Zeichen in der Landschaft, sondern ein Ort der Einkehr, der dem Besucher in der Weite der Landschaft Halt gibt.

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